Transport, Verkehr & Führerschein

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Published in Als Senior in Thailand
Freitag, 12 Juni 2020 09:14
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Das erste, an das Sie sich gewöhnen müssen, ist der Linksverkehr. Wenn Sie schon mal in England waren, kennen Sie das ja. Und Sie werden schnell feststellen, das ist gar nicht so schlimm, man hält sich halt daran, was alle anderen machen. Wenn Sie selbst fahren, dann werden Sie ja wohl kaum als einziger darauf bestehen rechts zu fahren, oder? Im Auto und geradeaus ist es relativ einfach, weil man immer zur Straßenmitte hin sitzt. Beim Abbiegen müssen Sie allerdings aufpassen, daß Sie nicht auf der falschen Seite landen. Das ist übrigens auch mir schon passiert, aber gottlob ohne schlimme Konsequenzen. Wenn Sie sich ein Moped oder Motorrad angeschafft oder gemietet haben ist es etwas schwieriger, weil Sie immer in der Mitte des Fahrzeugs sitzen, aber wie gesagt, fahren Sie einfach auf der gleichen Seite wie alle anderen auch. Aber Achtung, gelegentlich kommt Ihnen auf der linken Seite ein Gefährt entgegen. Diese Leute wollen keinen Umweg fahren bis zum nächsten U-Turn und fahren deshalb vorsichtig ganz am Rande gegen die Fahrtrichtung. Über den Haufen fahren darf man die aber trotzdem nicht...
Wenn Sie in einer Stadt sind, machen Sie sich darauf gefasst, daß Sie lange im Stau stehen können. Und daß sich Mopeds auf beiden Seiten an den stehenden Autos vorbeizwängen. Auf dem Lande wird dafür unbedarfter gefahren und das Recht des Stärkeren kommt mehr zur Geltung. Stärker ist immer der, der das größere Gefährt hat, also ganz oben die LKWs und ganz unten die Fußgänger.
Als Transportmittel gibt es alles, was es auch in Europa gibt. Und das Netz der Verbindungen ist relativ gut ausgebaut. Ob Sie fliegen, mit der Eisenbahn fahren oder mit Bussen, Minibussen oder Taxis, Sie kommen überall hin, auch wenn Sie manchmal umsteigen müssen.
Und bevor wir hier in die Vollen gehen noch eine Bemerkung: In ganz Thailand ist das Konzept des behinderten-gerechten Ausbaus noch nicht bekannt. So sind z.B. die Aufgänge zur Bangkoker S-Bahn teilweise mit Rolltreppen versehen, aber der erste Meter über Straßen-Level sind immer noch Stufen. Gleiches gilt für die Rolltreppen zur U-Bahn.
Da die Thais im Durchschnitt jünger, mit weniger Gewicht und gelenkiger sind, ist das nicht so ein Thema wie in Deutschland. Wer in Thailand alt und gebrechlich ist und wer nicht gut zu Fuß ist, der bleibt einfach zu Hause, das ist die Logik der Thais. Und wer etwas mehr Geld hat, der läßt sich herumfahren.

Die verschiedenen Transportmittel

Das Netz der Flugverbindungen umfaßt fast alle wichtigen Provinzen und wenn die offizielle Airline „Thai International“ einen Flugplatz nicht anfliegt, dann eine der 4 oder 5 Billig-Airlines. Unter denen ist die AirAsia die größte. Am besten buchen Sie einen Billig-Flug über das Internet, wobei Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen. Und je früher Sie buchen, desto billiger wird es! In einem Reisebüro etc. kann man auch buchen, aber das kostet Sie dann eine mitunter unverhältnismäßige Extragebühr.
Mit der Budget-Airline AirAsia habe ich die Erfahrung gemacht, daß einem bei der online Buchung mit Kreditkarte 160 Baht (etwa 4 Euro) für die Benutzung einer ausländischen Karte berechnet werden. Auf Antrag erstattet Ihnen die Kreditkarten-Firma den Betrag, aber nach ein paar Mal landen Sie wahrscheinlich auf einer Schwarzen Liste der AirAsia und Sie können mit Ihrer Kreditkarte nicht mehr AirAsia Flüge buchen. Das ist zwar kurzsichtig von AirAsia, aber Sie und ich, wir werden das nicht ändern können. Wenn Sie einen Thai kennen, der die Buchung auf seine Karte macht und dem Sie dann den Betrag sofort erstatten, haben Sie das Problem elegant umschifft. Angeblich kann man die Tickets auch bei 7/11-Shops bezahlen, aber das habe ich selbst noch nicht ausprobiert. Nebenbei, eine Thai Kreditkarte zu bekommen ist wirklich sehr schwer.
Mit der Eisenbahn ist es dagegen so eine Sache. Die ist nicht nur langsam, sondern meistens etwas schmuddelig und es gibt nur vier Strecken, die alle über Bangkok gehen. Die längste ist die Strecke in den Süden nach Had Yai und dann weiter bis zur Grenze nach Malaysia. Dann gibt es eine Strecke nach Norden bis nach Chiang Mai. Eine weitere Strecke geht in den Nordosten bis nach Nong Khai an der Grenze zu Laos und ab Khorat ein Abzweig weiter nach Ubon Rachathani.
Und dann gibt es noch eine Strecke nach Aranyaprathet im Osten, von der ab Chachoengsao eine Strecke abzweigt nach Pattaya und weiter nach Sattahib. Bangkok – Pattaya wird allerdings nur einmal pro Tag bedient. Am angenehmsten sind noch die Nachtzüge mit Liegewagen (Sleeper), wenn sie weite Strecken fahren. Das sind tagsüber relativ breite Sitze, die abends (ab etwa 9 Uhr) vom Schaffner zu Schlafkojen umgebaut werden. Buchen Sie – am besten ein paar Tage vorher - bei Liegewagen besser den „lower berth“, denn oben schaukelt es einfach mehr. Buchen geht aber leider nur am Bahnhof,- oder mit Aufpreis im Reisebüro.
Aber die meisten Thais benutzen die Überlandbusse der Firma „The Transport“. Deren Preise werden staatlich reguliert und es gibt Busse in jede Provinz. Bei Bussen gibt es auch drei „Klassen“. Die orange oder grün angemalten Busse ohne Klimaanlage sind die billigsten, aber nach spätestens 2 Stunden in so einem Bus haben Sie reichlich Straßenstaub abbekommen. Dann gibt es, seltener, die „air-con“ (= klimatisierten) Busse zweiter Klasse, in denen 5 Sitze pro Reihe sind und die auch öfters anhalten, um Fahrgäste aufzunehmen, solange nicht alle Sitze belegt sind. In den normalen „air-con“ Bussen sind es nur 4 Sitze pro Reihe. Das sind die teuersten, aber bei etwa 3 Euro für die 2-Stunden-Fahrt zwischen Bangkok und Pattaya kann man eigentlich nicht meckern. Ein Problem kann nur sein, daß die Sitzabstände für Europäer etwas eng sind, vor allem auf den älteren Bussen. Und was mir immer stinkt ist, daß auch diese Busse unterwegs anhalten, nämlich für jeden, der vor der Endstation aussteigen will. Und Fahrgäste, die ständig in ihr Handy brüllen, als müßte man sie bis nach Indien hören, gehen einem gehörig auf die Nerven...
Seit ein paar Jahren gibt es auch sogenannte VIP-Busse, das sind die Air-Con-Busse, aber mit mehr Sitzabstand – z. B. 24 statt 40 Sitze – und dementsprechend etwas teurer.
Mitunter sind die Busbahnhöfe etwas außerhalb gelegen und die meisten, aber leider nicht alle Busse fahren vom Busbahnhof ab, aber das müssen Sie im konkreten Fall abklären. Auf jeden Fall brauchen Sie Zeit und etwas Geld, um vom Busbahnhof zu Ihrem eigentlichen Ziel zu gelangen. Wie eben in Europa auch...
Seit einiger Zeit gibt es sogenannte Minibusse, die bis zu 15 Leute befördern. Die sind zwar auch – theoretisch – reglementiert, aber die Sitzgelegenheit ist halt schon enger als für uns angenehm, und die Fahrer haben den Ruf, auf Teufel komm’ raus zu fahren. Wenn Sie sich trauen, bitte schön, aber ich würde Ihnen davon abraten, solange es Alternativen gibt. Bei denen gibt es einfach viel zu oft schwere Unfälle.

Öffentlicher Transport,- oder so was in der Art

Natürlich gibt es auch noch den öffentlichen Transport, allerdings nicht in allen Orten und im Vergleich zu etwa Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dabei gab es bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Bangkok eine Pferde-Straßenbahn.
Meistens gibt es Busse, und in Bangkok auch noch U-Bahn und S-Bahn sowie Kanal-Linienboote. Das U-Bahn-Netz in Bangkok wird ausgebaut, aber das geht wirklich sehr langsam vonstatten. Immerhin sind U und S-Bahn recht neu und daher modern, allerdings auch relativ teuer für thailändische Verhältnisse. Andererseits lohnt es sich, wenn man dadurch dem täglichen Verkehrs-Chaos ein Schnippchen schlagen kann. Die Hauptlast des öffentlichen Verkehrs tragen aber die unzähligen Bus-Linien. Welche Linie wohin fährt, das muß man sich im Einzelfall raussuchen. Vorteil: Die normalen Busse kosten unter 10 Baht, die klimatisierten Busse unter 20 Baht. Nachteile: Die Busse stecken im Verkehr fest (Taxis und andere natürlich auch!), es ist tierisch heiß da drinnen und selbst in den klimatisierten Bussen steht die Luft. Trotzdem werden so jeden Tag Millionen Leute alleine in Bangkok befördert.
Entlang des Saen Saeb Kanals in Bangkok gibt es eine Bootslinie, die von Ram Kham Haeng im Osten bis in die Altstadt fährt. Ein-/ Aussteigen finde ich immer etwas schwierig, aber diese Linie ist auch nicht für übergewichtige Europäer gedacht. Und auf dem Boot selbst kann ich nur mit gebeugtem Kopf stehen, sonst haue ich mir den Schädel an. Es mag noch weitere Linien auf der Bangkok-Seite geben, auf der Thonburi Seite (also westlich des Maenam Flusses) gibt es noch mehrere Linien, mit kleineren Booten. Und dann gibt es natürlich noch die Boote des Chaopraya-Express, die im Linienverkehr den besagten Maenam Chaopraya rauf und runter fahren.
In Pattaya gibt es einen Linienbus, der fährt auch wohl alle Jubeljahre mal. Besser dran ist man in Pattaya und einigen anderen Orten mit Linien-Taxis, in der Regel Pick-ups mit zwei Sitzbänken auf der Ladefläche (daher auch deren thailändischer Name Song Täow, „Zwei Bänke“). Diese Linien-Taxis fahren auch auf Wunsch spezielle Ziele an, etwa, wenn Sie mit dem Bus vom Flughafen gekommen sind und in ein Hotel abseits der normalen Route der Taxis wollen, aber dann gilt nicht mehr der Standard-Preis von (in Pattaya) derzeit 10 Baht, dann müssen Sie den Preis aushandeln. Und diese Linientaxis fahren nach eigenem Gusto. Dann kann es passieren, dass 10 von denen an Ihnen in der Gegenrichtung vorbeikommen aber keines in Ihrer Richtung. Alles schon passiert. Im Zentrum von Bangkok habe ich die noch nicht gesehen, aber in den Vororten gibt es die auch. Ebenfalls in den meisten Provinzstädten. Eine Ausnahme, wo es keinen Linienverkehr irgendeiner Art gibt ist Chiang Rai ganz im Norden, auch wenn das Städtchen sonst ganz nett und idyllisch ist.
Und ich habe schon gesehen, dass solche Linientaxis zwischen benachbarten Städten verkehren, z. B. Had Yai und Songkhla im Süden. Obwohl,- meistens benutzen die Thais für solche Strecken „Langstrecken-Taxis“. Das sind alte Toyotas und Mercedes (mit Toyota Motor!), in die hinten vier und vorne auf dem Beifahrersitz nochmal zwei Leute reingequetscht werden. Statt Klimaanlage gibt es dann meistens offenes Fenster, und entsprechend sieht man am Ende auch aus. Dafür fahren einen diese Taxis auch bis zu dem Punkt wie etwa das Hotel, zu dem man will. Es gibt dafür einen festen Abfahrtspunkt, gefahren wird, wenn das Auto voll ist (Wer alleine für zwei zahlt, darf vorne sitzen) und man kommt relativ schnell ans Ziel. Der Abfahrtsort lässt sich leicht erfragen mit „Taxi to ...?“ und auch dort sollte man nochmal klar machen, wo man hin will, denn manchmal gehen mehrere Routen am gleichen Punkt los. Und natürlich sind die 2-Bank-Taxis billiger (und halten, um weitere Leute aufzunehmen) als die Langstrecken-Taxis.

Taxis

Womit wir bei den eigentlichen Taxis wären. Die sind zwar für den innerstädtischen Verkehr gedacht, aber kein Taxifahrer wird eine Überlandfahrt ablehnen, solange Sie bereit sind, seinen geforderten Preis zu zahlen. Aber über den Preis läßt sich reden, nicht einfach nur ja sagen und einsteigen. Solche Fahrten gehen ohne Uhr. Das ist auch kein Betrug, denn viele Taxler mieten sich den Wagen und fahren auf eigene Rechnung. Wenn Sie in Bangkok ein gelb-grünes Taxi erwischen, kann es aber sein, daß das Auto dem Taxifahrer gehört.
Innerhalb einer Stadt muß der Taxler aber mit eingeschalteter Uhr fahren. Wenn er sich weigert, steigen Sie aus! Steigen Sie wirklich besser aus, denn dann will er Ihnen richtig Geld abknöpfen. Derzeit gilt in Bangkok als Tarif 35 Baht für den ersten Kilometer, danach klickt die Uhr um jeweils 2 Baht weiter. Bei stehendem Verkehr tickt die Uhr so, daß die volle Stunde 70 Baht kostet. Theoretisch muß ein Taxler jeden Fahrgast akzeptieren, aber wenn es gegen Ende seiner Schicht geht (ab ca. 16 Uhr), wird mancher von ihnen Fahrten ablehnen, die ihn von der Übergabestelle wegführen. Alle Taxis haben eine Nummer, aber das heißt nicht unbedingt, daß mit dieser Nummer (und Zulassung) nur ein Taxi unterwegs ist. Es ist schon vorgekommen, daß zwei Taxis mit der gleichen Nummer zur gleichen Zeit einen Unfall hatten, aber an unterschiedlichen Orten innerhalb Bangkoks. Außerhalb Bangkoks kann es sein, daß die Taxis ohne Taxameter fahren. Dann müssen Sie den Preis vorher aushandeln. Fangen Sie bei der Hälfte des Betrags an, den der Taxler aufruft, dann werden Sie ihn um 25 % herunterhandeln können. Und wie immer beim Handeln, machen Sie ein fröhliches Gesicht und haben Sie ein paar „unschlagbare“ Gründe zur Hand, warum Sie nicht so viel zahlen können. Für unzufriedene Fahrgäste, die mit einem Taxler echt Probleme haben, gibt es noch die Beschwerdestelle, die per Telefon-Kurzwahl 1584 zu erreichen ist. Ich habe mal angerufen, aber da kam nur eine Bandansage in Thai, ohne die Möglichkeit, wenigstens eine englische Ansage zu bekommen. Ja, ja, das „Department for Land Transport“, das die Taxi-Lizenzen ausgibt, das sind halt auch „nur“ Thai Beamte. Aber ich kenne jemanden, der droht den Taxlern, wenn sie wirklich Zicken machen damit, dass er diese Nummer anruft.
Die Taxameter in Bangkok, die mit Uhr fahren, haben eine rote Leuchtschrift links (von innen gesehen!) an der Windschutzscheibe, die in Thai ist und soviel wie „frei“ heißt. Also winken Sie besser nur Taxis heran, bei denen das Rot leuchtet. Seit einiger Zeit haben manche Taxis eine grüne Leuchtanzeige, aber bis auf die Farbe ist alles gleich.
Zum Thema Taxis gibt es endlos Erfahrungsberichte, aber ein paar Dinge sollten Sie trotzdem wissen. Es gibt für Taxifahrer keine Ortskenntnis- oder sonstige Prüfungen. Wer einen Führerschein hat, kann Taxler werden. Daher sind viele Taxler vom Land und kennen sich weder mit der Fahrweise in der großen Stadt aus, noch wissen sie, wohin Sie als Fahrgast eigentlich wollen. Fragen Sie vorher, ob er das Ziel kennt, aber typisch Thai wird er auch dann ja sagen, wenn er keinen blassen Schimmer hat. Also sollten Sie am besten selbst den Weg kennen,- oder eine Beschreibung in Thai, etwa von einem Hotel in der Nähe Ihres Zieles.
Wenn ein Taxler ein potentielles Opfer sieht, also einen möglichen Kunden, dann gibt es für ihn keine anderen Verkehrsteilnehmer. Dann wechselt er brutal die Spur oder steigt voll auf die Bremse. Hinter einem leeren Taxi und zwischen Taxi und „Opfer“ sind die gefährlichsten Stellen im Straßenverkehr, und ich schätze mal, daß an die 50 % aller Unfälle im Stadtbereich auf das Konto der Taxis geht. Und schließlich: Es gibt wie gesagt auch private Taxis, aber die Mehrzahl der Taxler mietet sich das Auto für eine 12 Stunden-Schicht von einer Taxifirma. Schäden muß er selbst bezahlen, das verhütet vielleicht das Schlimmste.
Wenn Sie Tuk-Tuk fahren wollen, diese dreirädrigen 2-Takt-Qualmer sind inzwischen fast ausgestorben. Es gibt sie noch, aber hauptsächlich im Umkreis von Märkten. Und bei Tuk-Tuks müssen Sie immer vorher den Preis ausmachen, sonst kann der Fahrer jeden Preis verlangen. Nebenbei, es soll jetzt in Bangkok auch ein paar Tuk-Tuks geben, die mit Gas fahren.
Für kurze Strecken, oder wenn es schnell gehen muß, gibt es die Motorrad-Taxis. Auch hier muß der Preis klar sein, bevor Sie aufsteigen. Dabei sollten Sie bedenken, daß das Motorrad „leer“ zurück fährt. Diese 2-Rad-Taxis stehen an vielen Stellen, meist am Anfang einer Gasse („Soi“) und in Bangkok haben die Fahrer orangefarbene Joppen an. Ursprünglich sind die nur die eigene Soi rauf und runter gefahren und haben die Leute für 2 oder 3 Baht zur Hauptstraße oder vor ihre Wohnung gefahren. Inzwischen fahren die Sie innerhalb der Stadt an jede Stelle. Allerdings sollte Ihnen klar sein, daß das nicht ungefährlich ist, denn wie ein Kollege mir mal so schön sagte: Im Auto ist das Metall ums Fleisch, auf den Motorrad ist das Fleisch ums Metall herum.
Und auf der untersten Sprosse der Verkehrs-Leiter stehen Sie,- wenn Sie als Fußgänger unterwegs sind. In Thailand wird auf Fußgänger Rücksicht genommen! Wenn Sie das glauben, dann glauben Sie auch noch daran, daß die kleinen Kinder vom Klapperstorch gebracht werden. Und insbesondere sollten Sie nicht glauben, daß irgend jemand anhält, nur weil Sie den Zebrastreifen benutzen. Das Konzept des Zebrastreifens ist in Thailand unbekannt. Die Gehwege sind auch nicht nur für Sie da. Da stehen Verkaufsstände drauf, Motorräder werden da geparkt und ab und an kommt ein Motorrad auf dem Fußweg daher, weil es auf der Straße zu eng für ihn ist. Aber keine Angst, ich habe noch nie gehört, daß auf dem Gehweg ein Fußgänger angefahren wurde. Dagegen ist es eine gute Idee, auf den Boden zu schauen, denn die Fußwege sind nicht so eben wie in Deutschland, ab und zu sind da Löcher im Boden oder Gegenstände auf dem Weg. Das wurde sogar in einem sehr berühmten Lied von Carabao besungen. In „Made in Thailand“ ist die Rede von dem Ausländer, der in einem Abwasserschacht verschwand, unfreiwillig.

Das eigene Auto/Motorrad und der Führerschein

Wenn Sie ein eigenes Gefährt haben wollen, dann brauchen Sie ein 3-Monats-Visum (Non-Immigrant Visum). Einen internationalen oder besser noch einen thailändischen Führerschein brauchen Sie für den Fall, daß Sie in eine Polizeikontrolle geraten.
Nur mit einem Touristenvisum (2 Monate) können Sie kein Auto oder Motorrad auf Ihren eigenen Namen zulassen, dann brauchen sie eine(n) Thai, in deren Namen die Zulassung erfolgt. Auf dem Land mag das weniger strikt sein, aber das ist von Fall zu Fall verschieden. Und wenn Sie mit der Person mal Krach haben, kann es sein, daß das Gefährt weg ist, weil Sie es vielleicht bezahlt haben, aber es nicht auf Ihren Namen zugelassen wurde. Also entweder haben Sie so ein „Non-Im“ Visum oder Sie gehen das Risiko ein,- oder Sie benutzen ein Leihfahrzeug. Wenn Sie bei einem guten Händler kaufen, kann der das Auto vielleicht auch auf Ihren Namen anmelden, selbst wenn Sie „nur“ ein Touristenvisum haben. Vorher fragen! Aber lassen Sie sich bloß nie nicht darauf ein, das Gefährt „pro forma“ auf jemand anderen als Sie selbst zuzulassen.
Wenn Sie das nötige Kleingeld haben, dann kaufen Sie sich ein Auto, am besten nicht ohne Hilfe eines gewissenhaften Freundes, der sich mit Autos auskennt. Oder ein neues Auto, das aber so bei knapp 20.000 Euro erst anfängt. Wenn Sie nicht so viel Geld (übrig) haben, dann sollten Sie sich überlegen, ein Moped zu kaufen, das dann allerdings wirklich neu für ca 1.500 bis 3.000 Euro.
Wenn Sie ein Auto kaufen wollen, dann tun Sie sich den Gefallen und kaufen eines mit LPG (in Deutschland als „Autogas“ bekannt) statt Benzin als Kraftstoff. Sie zahlen nur etwa die Hälfte für LPG, und das merken Sie recht schnell im Geldbeutel. Der Preis für LPG und NGV (NGV ist komprimiertes Gas) ist staatlich festgelegt, der für Normal und Superbenzin jedoch nicht. Aber auch ein Auto mit Normal oder Superbenzin kann man nachträglich auf LPG umrüsten, das kostet ca. 650 Euro (die Einspritz-Version, die Vergaser-Version kostet ca. halb so viel) und das hat sich in wenigen Monaten amortisiert. NGV ist nur dann gut, wenn Sie das Auto fast ausschließlich in der Stadt benutzen, weil die Reichweite pro Füllung sehr beschränkt ist. Tankstellen für NGV als auch für LPG gibt es in Thailand genug, speziell in Ballungszentren. Ein Wort der Vorsicht: Gehen Sie zum Umrüsten nur zu einer wirklich professionellen Firma, selbst wenn es dort ein paar Baht mehr kostet. Mit Gas ist nicht zu spaßen! Zur Not kann ich Ihnen in Bangkok eine Firma nennen.
Für Motorräder gibt es leider noch keine Alternative zu Normal Sprit. Nehmen Sie den günstigsten 91er oder 95er Sprit, ohne Bio-Zumischung. 
Im Auto gilt Anschnallpflicht auf den vorderen Sitzen, auch im Taxi. Die Polizei kontrolliert das und verlangt meistens 400 Baht, wenn sie jemanden erwischen, der keinen Gurt angelegt hat. In Bussen gibt es keine Gurte und ergo keine Anschnallpflicht. Als Motorradfahrer müssen Sie einen Helm tragen, auch als „Beifahrer“, sonst kassiert die Polizei auch wieder ab. Ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, mit einem vernünftigen Helm zu fahren. Begnügen Sie sich nicht mit einem pro-forma Helm für 200 Baht, vernünftige Helme fangen bei etwa 1.000 Baht an. Nehmen Sie einen Vollhelm statt einem Helm, der über den Ohren aufhört („Halbschale“), und lassen Sie ihn sich anpassen, damit er überall gleichmäßig anliegt. Etwa beim „Million Star“ Fabrikverkauf in Bangkoks Chinatown (Adresse auf Anfrage). Und nach zwei bis drei Jahren wird das Plastik des Helms aufgrund der Sonneneinstrahlung brüchig. Das merken Sie aber erst, wenn Sie mit so einem alten Helm einen Unfall haben. Besser ist es, nach dieser Zeitspanne einen neuen Helm zu kaufen,- das ist eine sinnvolle Anschaffung und rettet Ihnen möglicherweise das Leben.
Bitte nicht vergessen, bei kleinen Mopeds sollten Sie regelmäßig (z.B. alle 2 Wochen) den Reifendruck prüfen, denn der läßt mit der Zeit nach und zu wenig Druck ist nicht nur gefährlich, sondern sorgt auch schnell mal für einen Plattfuß! Bei mir stets nachts, wenn kein Laden mehr auf hat, der das reparieren könnte.

Leihfahrzeuge

Leihfahrzeuge, Autos wie Motorräder, gibt es speziell in Touristengebieten reichlich. Neben den internationalen Verleih-Firmen gibt es jede Menge kleiner, privater Verleiher. Die Preise richten sich wie zu erwarten nach der Dauer der Miete und der Größe des Gefährts. Einen kleinen Wagen bekommen Sie normalerweise um/ab 1.000 Baht/Tag, aber die Preise sind verhandelbar. Benzin müssen Sie selbst bezahlen, deshalb sollten Sie beim Losfahren schauen, wie viel noch im Tank ist. Bei den kleinen Firmen sollten Sie sich vergewissern, daß Sie einen kompletten Versicherungsschutz haben, möglichst auch für Schäden am Leih-Wagen bzw. -Motorrad. Ein beliebter Trick der Verleiher ist, Ihren Paß als Sicherheit zu verlangen, bis Sie das Gefährt zurück bringen. Lassen Sie sich nicht darauf ein, denn erstens darf er das nicht (ist auch in Thailand illegal, was Ihnen aber im Ernstfall nichts hilft) und zweitens hat er Sie dann in der Hand, etwa um für Schäden zu zahlen, die nicht von Ihnen stammen. Bieten Sie ihm an, eine Kopie zu machen, weil Sie den Paß brauchen (z. B. für einen Visum-Antrag für Kambodscha, Burma etc.). Wenn er auf Ihren Paß als Pfand besteht, dann gehen Sie zum nächsten Verleiher oder gleich zu einem internationalen. Lokale Verleiher wollen Paß und Bargeld, internationale wollen Ihren Paß sehen, aber Ihre Kreditkarte zum Abrechnen.
Ganz wichtig ist auch, worauf mich Leser Johann W. Strauss hingewiesen hat:
“Neben den beschriebenen Miet-Voraussetzungen, wie Vertrag und Hinterlegung einer Reisepaß-Kopie ist es sehr wichtig, bei den Fahrzeugen unbedingt vorher eine kleine "Inspektion" zu machen. Dies gilt insbesondere für Motorräder und -roller, aber auch für ältere Pkw. Oft werden - zumeist in die Jahre gekommene - Fahrzeuge ohne Nummernschild und Steuerplakette angeboten. Hiervon lasse ich grundsätzlich die Finger. Bei anderen Motorrädern prüfe ich tunlichst vorher die Bremsen. Es gibt viele "vorwitzige" Vermieter, die meinen, daß die Handbremse am Motorrad unwichtig ist. Deshalb wird die gerne mal "außer Betrieb" gesetzt. Das kann lebensgefährlich sein! Bremst man - auf nassen oder unbefestigten - Wegen nur mit der Fußbremse, also nur dem Hinterrad, dann ist ein Wegrutschen der Fuhre schon fast obligatorisch. Das gibt nicht nur unangenehme Blessuren, sondern auch anschließend Streit mit dem Fahrzeug-Vermieter.“
Und weiter beschreibt er:
“Meine Fahrweise ist grundsätzlich defensiv! Ich bin im Urlaub und nicht auf der Flucht. Und so schaue ich gerne links und rechts und fahre üblicherweise nicht mehr als 50 km/h. Das reicht, um rechtzeitig einem Kind, Hund, Huhn oder Katze auszuweichen oder einfach ausreichend bremsen zu können. Auch einem plötzlich aufstehenden Wasserbüffel, der seine 15m lange Leine plötzlich schräg über die Fahrbahn spannte, konnte ich so schon einmal ausweichen. Blicke in den/die Rückspiegel sind ebenfalls alleweil angesagt, weil man öfter von "Möchtegern-Rennfahrern" oder Pick-ups überholt wird...
Unterwegs findet man aber auch Stände, die Sprit in alten Whisky-Flaschen anbieten. Die sind pro Flasche genauso teuer wie der Literpreis an der Tankstelle, haben aber nur 0,7ltr. zum Inhalt; heimliche Preisanhebung um 30%. Und was in den Flaschen ist, weiß man auch nicht.“ Soweit Khun Johann.

(Nächste Folge: Transport, Verkehr & Führerschein, Teil 2)

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